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Eine Detektivgeschichte Hans Mattis Teutsch’s anthropomorphe Bäume darstellende Gemälde aus 1917-18

Eine Detektivgeschichte

Hans Mattis Teutsch’s anthropomorphe Bäume darstellen Gemälde aus 1917-18

Der bereits 32 Jahre alte und kurz davor mit zwei kleinen Kindern verwitwete Hans Mattis Teutsch kam gegen Ende 1916 in Kontakt mit Lajos Kassák und seine kurz davor lancierte Zeitschrift für «Literatur und bildende Künste – MA» (was HEUTE bedeutet). Davor hat ihm die Teilnahme mit seinen Gemälden an diversen Ausstellungen keinen erwähnungswerten Erfolg gebracht. Kassák fand jedoch an seinen Schnitten und Gemälden spontan Gefallen und er hat bereits in der vierten, in 1917 Februar erschienenen, Nummer seiner Zeitschrift auf deren Frontseite einen seiner Linolschnitte sowie darin zwei seiner Gemälde und einen Holzschnitt abgebildet. In der Folge wurde Mattis Teutsch während des bis 1919 dauernden beinahe dreijährigen Bestehens von MA in Budapest – vorgängig zu deren politisch bedingten Emigration nach Wien – mit 17 Schnitten und 6 Gemälden zu deren meistreproduzierter Künstler. Ausserdem veranstaltete Kassák im Oktober 1917 im MA’s neueröffneten Ausstellungslokal in Budapest, auch die erste Gemäldeausstellung aus seinen Arbeiten. Danach figurierten in September 1918 vier seiner Gemälde an der 3. Kollektiv-ausstellung von MA und kurz danach, im November – im Rahmen der 5. Ausstellung von MA – 62 seiner Werke.

Hinsichtlich der ausgestellten Werke von Hans Mattis Teutsch an den genannten MA-Ausstellungen verfügen wir leider über keinerlei nähere Informationen. Sogar die Reproduktion einer angeblichen Teilaufnahme der 1917-er Ausstellung, welche auf 15 Seite von Júlia Szabó’s 1983 durch den Verlag Corvina in Budapest publizierten «Mattis Teusch János» Monographie zu sehen ist, erwies sich nämlich als irrtümlich, da es sich herausstellte, dass die betreffende Aufnahme von einer Ausstellung in Brasov in 1919 stammte.

Laut Auskunft des Kassák-Museums in Budapest existieren von den Mattis Teutsch MA-Ausstellungen von 1917 und 1918 keine Lichtbildaufnahmen und auch keine Listen mit Titel und Abmessungen der ausgestellten Werke. Anhand der in der Zeitschrift veröffentlichten Liste der 1918-er Ausstellung, welche in der Reihenfolge der Ausstellungsnummer lediglich ihre Technik (Ölgemälde, Aquarell, Linolschnitt) und Preise enthält, lassen sich die Werke nicht identifizieren. Daraus geht lediglich so viel hervor, dass daran 42 Ölgemälde, 10 Aquarelle und 10 Linolschnitte zu sehen waren. Anhand der hier weiter unten im verkleinerten Massstab reproduzierten 4 Schwarzweiss-Bilder von Gemälden in der gleichen Nummer von MA kann man jedoch darauf schliessen, dass die im November 1918 ausgestellten Gemälde vermutlich grossmehrheitlich einer neuen Serie angehörten, welche im Unterschied zu der Vorjährigen keinen landschaftsartigen Hintergrund aufwies, bezüglich ihrer Baumdarstellungen abstrakter war und demzufolge auf ihren Gemälden der anthropomorphe Charakter der dargestellten Baumgestalten nicht so offensichtlich und ins Auge springend wie im Falle der um ein Jahr früher entstandenen Exemplaren. .

Aus dem Umstand jedoch, dass die Hauptstädtische Galerie von Budapest – die Vorgängerin der Ungarischen Nationalgalerie – an der MA-Ausstellung von 1918 ein Gemälde aus der Serie der anthropomorphen Baumdarstellungen mit landschaftsartigem Hintergrund erwarb (s. weiter unten als Abbildung 5.) kann man eindeutig darauf schliessen, dass dort gleichzeitig auch Gemälde aus jener früher entstandenen Serie ausgestellt waren.

Etliche der übrigen Gemälde der Serie mit anthropomorphen Baumdarstellungen und landschaftsartigem Hintergrund kamen – vermutlich etwa um die gleiche Zeit – in den Besitz von Mattis Teutsch’s Bekannten und schlummerten dort anscheinend bis Anfang der 1970-er Jahre, als sie nach deren Ableben in mehreren Fällen in den Besitz von diversen ungarischen Museen gelangten (s. Abbildungen 3, 4, 5, 6).

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Hans Mattis Teutsch’s in der Nr. III. 11. – November 1918 – Ausgabe der MA ohne Titel-

und Grössenangabe reproduzierten vier Gemälde.

In diesem Zusammenhang ist auch jener Umstand bemerkenswert, dass in dem 12 Jahre nach Mattis Teutsch’s Tod, in 1972, durch den Kriterion Verlag in Bukarest veröffentlichten und von Zoltán Banner verfassten ersten und ältesten Mattis Teutsch Monographie in der Reihe der Illustrationen kein einziges der 1917-er oder 1918-er anthropomorphe Bäume darstellende Gemälde vorkommt. Die Erklärung dafür liegt wohl darin verborgen, dass Banner’s Nachforschungen sich auf die damaligen keine derartigen Werke enthaltenden Bestände der rumänischen Museen beschränkten und dass sein Hauptinformant, der Sohn des Malers, zur Zeit der Entstehung jener Gemäldeserie noch ein Kleinkind war und daher nichts von ihrer Existenz wusste. Die erstmalige Publikation von einigen Beispielen aus den Reihen der anthropomorphen Bäume darstellenden Gemälde geschah in Júlia Szabó’s weiter oben bereits erwähnten Monographie (in den Abbildungen Nr. 20, 21, 24, 25, 29, 33) in 1983. Die systematische und gebührende Beschreibung jener Gemäldekategorie lässt jedoch – trotz deren hervorragenden kunsthistorischen Bedeutung – bis jetzt auf sich warten. Dieser kurze Aufsatz ist diesbezüglich nichts mehr als ein bescheidener Anfangsversuch für die Behebung jenes Mangels.

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Von der fraglichen Gemäldekategorie existieren drei klar unterscheidbare Varietäten. Einerseits die früher entstandene und Hintergründe mit Landschaftscharakter aufweisende, zumeist zwischenmenschliche Beziehungen – Freundschaft, Liebe und in einem Fall sogar Gewalt – darstellende bzw. symbolisierende, (Abb. 1. bis 6.) sowie in damit vergleichbarem Stil historische bzw. biblische Ereignisse darstellende (Abb. 7. bis 10.) Gemälde. Mit anderen Worten können diese zwei Varietäten auch so charakterisiert werden, dass sie Ereignisse darstellen, bzw. Mitteilungen durch symbolische Darstellungen zum Ausdruck bringen. Andererseits die etwas später entstandene dritte Varietät, deren Gemälde symbolisch ebenfalls klar vernehmbare Ereignisse darstellen jedoch ohne Hintergründe mit Landschaftscharakter. Ihr gemeinsamer Nenner mit den Gemälden der zwei ersten Varietäten besteht darin, dass auf ihnen gleichfalls baumartige Gestalten mit anthropomorphen Charakter figurieren.

Dies zu bestätigen und damit im Einklang zu stehen scheint Iván Hevesy’s in der Novembernummer 1918 von MA lesbare und somit mit Mattis Teutsch’s Ausstellung gleichzeitige als «Mattis Teutsch János» betitelte Schrift, in welcher hervorgehoben, der folgende Satz steht: « … er schöpft aus den realen Formen der Natur abstrakte künstlerische Formen, welche derart nicht mehr die Symbole von Objekten sind, sondern die Ausdrücke von Empfindungen.» Wenn Hevesy es hierbei auch nicht beim Namen nennt, das was nach meiner Sicht die grundlegend neuartige und inventiöse bei der anthropomorphen Darstellung der Bäume ist, zumindest erkennt er, dass Mattis Teutsch mittels dieser Werke etwas schöpft, was mit einer übermenschlicher Eigenart einhergeht, da die bildende Kunst in der Regel bloss zu schaffen fähig ist.

Was wir diesbezüglich wissen besteht einerseits darin, dass Mattis Teutsch’s nach Zeugnis der erhaltenen gebliebenen Exemplare in diesem Stil nur etwa ein Dutzend Gemälde gemalt hat, woraus man folgern könnte, dass jene seitens der Kunstkritik und des Publikums – zumindest spontan – keinen besonderen Erfolg und Verständnis fanden.

Andererseits jedoch auch darin, dass gegenwärtig ein bedeutender Anteil von Mattis Teutsch’s Gemälden welche anthropomorphe Bäume darstellen, zu den Beständen von führenden ungarischen Museen, wie die Ungarische Nationalgalerie, des Museums der Schönen Künste, und des Kassák Museums in Budapest, des Janus Pannonius Museums in Pécs oder des Xantus János Museums in Györ sowie des Muzeul de Arta in Sepsiszentgyögy – des Sekler Nationalmuseums – in Rumänien gehört, was darauf hinzuweisen scheint, dass die Fachkreise, deren fundamentale Bedeutung und Neuartigkeit erkannt haben.

Von den zu den zwei ersten Varietäten zählbaren Werken sind gegenwärtig noch etwa 10 mit Landschaftshintergrund und 5 mit biblischen- bzw. Ereignis-Darstellung bekannt und mehrere davon hier weiter unten auch abgebildet. Hans Mattis Teutsch realisierte diverse Themen seiner Gemälde auch als Linolschnitte von denen hier einige in einem Anhang ersichtlich sind.

Der gemeinsame Nenner sämtlicher fraglichen Gemälde besteht darin, dass sie menschliche Figuren symbolisieren in vereinfachten baumartigen, in ihren Formen an Bäume erinnernden Gestalten. Ob die Vertreter dieser Gemäldeserie an der Ausstellung von MA in 1918 November zu sehen waren und falls ja welche, ist mangels ihren individuellen Titel und Fotographien leider nicht ermittelbar. In dieser Hinsicht dienen als Anhaltspunkt einzig die 4 in der Novembernummer 1918 von MA reproduzierte Gemälde, von welchen auch ihre Teilnahme an der Ausstellung annehmbar ist. Eines von ihnen ist das seither unter dem Titel «Weisses Kreuz» bekannte, mehrfach publizierte und ausgestellte Gemälde, welches die Bestattung, bzw. das Grab der Gattin des Malers symbolisiert. Hier unten beschränke ich mich auf die Vorstellung von 6 Beispielen der landschaftsartig anthropomorphen Bäume darstellenden Gemälde und von 4 Beispielen ihrer Varianten welche konkrete Ereignisse thematisieren. Angesichts dessen, dass Mattis Teutsch den dort

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und damals herrschenden Gewohnheit seinen Gemälden keine Titel gab, stammen deren Titel interpretativer Art von mir. Obschon ich darüber im Klaren bin, dass vermutlich nicht alle Leser dieser Zeilen mit ihnen einverstanden sein werden, bin ich doch der Ansicht, dass sie im Vergleich zur Titellosigkeit zweifellos vorteilhafter sind.

Nach meiner Ansicht und Beurteilung können diese hier fraglichen Gemälde als eindeutige Beweise betrachtet werden dafür, dass diese Werke von Mattis Teutsch – durch die anthropomorphe Darstellung der auf ihnen ersichtlichen Bäume – Zeugnisse einer grundsätzlichen und bedeutenden Entdeckung sind, welche bereits für sich selbst seinen Platz in der Gipfelregion der Weltkunst rechtfertigen würde.

Auf Kassák’s zurückweisende, negative Reaktion reagierte Mattis Teutsch anscheinend mit einer neuen Gemäldeserie deren Exemplare keine offensichtlich landschaftsartigen Hintergründe mehr aufwiesen und auf welchen auch die anthropomorphe Baumart der auf ihnen dargestellten Gestalten nicht mehr derart offensichtlich war. Mit anderen Worten, dass auf ihnen im Vergleich zu den Gemälden der früher entstandenen Serie eine weitergehende Abstraktion feststellbar ist. Dank dem Umstand, dass die Gemälde der früher entstandenen Serie glücklicherweise – während etwa 50 Jahren in Privatsammlungen schlummernd – erhalten geblieben und danach auch an die Öffentlichkeit gelangt sind, haben wir die Möglichkeit die Gemälde der zwei Gemäldeserien miteinander zu vergleichen. Dabei verfügen, gemäss meinem Urteil, die Gemälde der früheren Serie als Produkte der spontanen Inspiration eines grossen Künstlers über ein stärkeres Charisma als die vermutlich unter einem gewissen Zwang entstandenen Gemälde der später entstandenen Serie.

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1. Erfreuliche Begegnung, 1916 – 17 (Öl / Karton, 40 x 49 cm) / Privatbesitz

2. Frühjahr – Mann und sein jugendlicher Begleiter begrüssen tanzende Mädchen, 1917 – 18 (Öl/Karton, 50 x 60 cm) / Privatbesitz

3. Freundinnen, 1917 – 18 (Öl / Karton, 40 x 49 cm) / Janus Pannonius Museum, Pécs

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4. Liebespaar, 1917 – 18 (Öl / Karton, 34 x 45 cm) / Hauptstädtische Galerie, Budapest

5. Umarmung, 1917 – 18 (Öl / Karton, 50 x 50 cm) / Ungarische Nationalgalerie, Budapest

6. Gewalt, 1918 (Öl / Karton, 60 x 69 cm) / Janus Pannonius Museum, Pécs

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7. Nativität, 1918 (Öl / Karton, 50 x 50 cm) / Privatbesitz

8. Golgotha, 1918, (Öl / Karton, 40 x 50 cm) / Privatbesitz

9. Jona im Sturm, 1918 (Öl / Karton 34 x 44 cm) / Museum der schönen Künste, Budapest

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10. Das weisse Kreuz 1918, (Öl / Leinwand, 73 x 84 cm) / Privatbesitz

11. Paar in Umarmung, mit Kinder, 1918 (Öl / Karton, 40 x 35 cm) / Privatbesitz

12. Heimkehr des verlorenen Sohnes, 1918

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13. Beobachtete Untreue, 1918 (Öl / Leinwand, 60 x 70 cm) / Kassák Museum Papier / Pastell, 15,4 x 16 cm) / Ung. Nationalgal.

Bereits aus den einigen hier vorgestellten Exemplaren der anthropomorphen Bäume darstellenden Gemälden ist es vernehmbar, dass das herrschende Thema von Mattis Teutsch’s diesen Werken die Liebe und die Freundschaft ist, was angesichts der Eigenart der Bäume ja auch das beinahe einzige zu sein scheint was man als mit ihnen im Gleichklang befindlich betrachten kann. Durch dies erkannt und in zahlreichen überzeugenden Formen und Versionen bravurös dargestellt zu haben hat Mattis Teutsch den höchsten Grad unserer Bewunderung, Anerkennung ja Dankbarkeit verdient. Besondere Erwähnung verdiesnt in diesem Zusammenhang jener als genial qualifizierbare und durch die Kunsthistoriker sowie durch die Kunstkritik bisher auch nicht wahrgenommene Umstand wie Mattis Teutsch mittels eines an den Baumstämmen verwendeten Farbcodes das Geschlecht und das Alter der durch sie symbolisch dargestellten Individuen zum Ausdruck bringt. In diesem Rahmen symbolisiert das helle Violett die jungen und das dunklere die älteren weiblichen Individuen. Die Farbe welche das männliche Geschlecht charakterisiert ist die grüne, welche ebenfalls in einer hellen und einer dunklen Variante zur Anwendung gelangt. Gemäss den Anzeichen hat dieses Grün im Falle des verliebten Mannes auf der 4. Abbildung auf rosarot gewechselt, was nach meiner Ansicht als Hinweis auf dessen ekstatischen Gemütszustand deutbar ist. aufgrund dessen ist es angebracht von einer Art doppelte Symbolik zu reden, welche einerseits in den Gestalten und Gesten der

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anthropomorphen Baumgestalten und andererseits in den Farben der Baumstämme zum Ausdruck gelangt, worüber man rechtens ins Staunen verfallen kann.

Schliesslich, aber nicht zuletzt, möchte auch noch meine diesbezüglichen Erklärungen und Vermutungen zum Ausdruck bringen weswegen bisher trotz ihrer Genialität, Einmaligkeit und hervorragende kunsthistorische Bedeutung die reichlich verdiente Anerkennung für die anthropomorphen Baumdarstellungen von Mattis Teutsch ausgeblieben ist? Meines Erachtens ist der Grund dafür in einem bedeutenden Umfang der NATIONALISMUS.

Der Maler, Grafiker, Bildhauer, Dichter und Kunstideologe welchen wir als Hans Mattis Teutsch kennen ist als Sohn eines Schneidergesellen namens János Mátis – welcher noch vor seiner Geburt verstarb – und einer siebenbügisch-sächsischen Frau in der damals zum Königreich Ungarn der habsburgischen Doppelmonarchie gehörigen Stadt Brassó – deutsch Kronstadt – 1884 geboren, welche nach dem Trianonvertrag von 1919 Teil von Rumänien wurde. Seine verwitwete Mutter heiratete noch vor seiner Geburt den ebenfalls zu der siebenbürgisch-sächsischen Minderheit gehörenden Angestellten des lokalen Schlachthofes, Teutsch Károly Frigyes, welcher derart zu seinem Stiefvater wurde, was auch darin Ausdruck fand, dass er bei seiner Taufe als Mátis János Frigyes registriert wurde.

An der Holzindustrie-Fachschule von Brassó figurierte er als János Teutsch und 20 Jahre alt, in 1904, wurde er mit der amtlichen Annahme seines Stiefvaters Namen Máttis-Teutsch János Frigyes. Diesen Namen in dieser Form hat er jedoch kaum je benutzt. Völlig unklar ist es ausserdem selbst seiner Nachkommenschaft woher des Familiennamens doppelte t-Buchstabe stammt – ob es wohl absichtlich oder bloss irrtümlich entstand? Im Laufe seiner Studien in Budapest zwischen 1901 und 1902 nannte er sich Mátisz Teutsch János, danach in München, zwischen 1902 und 1905, Johann Teutsch. Schliesslich überging er – vermutlich um etwa 1908 – zur Verwendung seines Familiennamens mit doppeltem t, Akzent und ohne Bindestrich, als Máttis Teutsch. Während seiner Jugendjahre verwendete er also insgesamt sechs verschiedene Formen seines Geschlechtsnamens, was sich kaum im stärkendem Sinne auf sein Identitätsbewusstsein auswirken durfte. Dazu addiert sich auch noch, dass er im Hinblick auf seine Familien-Situation und – nach 1919 – auf die politische Situation, sich nie einer der in Frage kommenden Nationalitäten – ungarisch, deutsch oder rumänisch – wirklich zugehörig betrachten konnte oder seitens denen als solche betrachtet und wirklich unterstützt worden wäre.

Die Sprache seiner Kindheit und Schulen – d.h. seine Muttersprache – ist deutsch gewesen. Im Einklang damit verfasste er später auch seine Schriften und Gedichte ausnahmslos auf Deutsch.

Nach meiner Ansicht können die hier weiter oben betrachteten Gemälde als eindeutige Beweise dafür angesehen werden, dass Hans Mattis Teutsch – durch die anthropomorphe Darstellung der auf Ihnen dargestellten Bäume – eine fundamentale und sehr bedeutsame Neuerung bzw. Entdeckung vollbrachte, welche bereits allein seinen Platz in der Gipfelregion der Weltkunst rechtfertigen würde. Zu dessen Bekräftigung, dass er offensichtlich über eine solche Fähigkeit bzw. Begabung verfügte, erwähne ich hier ausserdem noch seine in 1921-22 erschaffene Gemäldeserie, welcher er erst Jahrzehnte später – in der Widmung einer seinen 1950 geborenen Enkel geschenkten Mappe – den ausserordentlich treffenden Namen «Seelenblumen» verlieh. Davon sind gegenwärtig, nach einer sehr chaotischen Verwendung dieser Bezeichnung in der sich mit ihm beschäftigenden Literatur, aufgrund einer von mir erarbeiteten genauen Definition etwa 20 Exemplare bekannt, von denen hier unten – im Sinne eines Schlussakkordes – ein Strauss aus vier Gemälden abgebildet ist.

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14. – 17. Seelenblumen, 1921 -22 (Öl / Karton, 36 x 29 cm)

Mattis Teutsch als Kunstschaffenden hat nebst seiner zurecht als Seltenheit qualifizierbaren Vielseitigkeit – denn er war nicht bloss als Maler, sondern auch als Graphiker, Bildhauer, Dichter und Kunstästhet tätig – vor allem eine ausserordentliche seelische Empfindsamkeit gekennzeichnet. Dieser ist seine unglaublich starke und vielseitige schöpferische Energie zuzuschreiben welchen gegen Ende 1917 bei ihm das im Spiegel der Vorgeschichte als wahrhaft recht überraschend qualifizierbare Vertrauen von Lajos Kassák hervorrief und welche während etwa 10 Jahren eine entscheidende Rolle gespielt hat beim Entstehen seiner vielseitigen Werke. Gleichfalls dafür bezeichnend und der zuzuschreiben ist seine am Anfang der 1930-er Jahre eingetretene Schöpfungspause, welcher lediglich die am Ende des II. Weltkrieges aufgetretene politische und gesellschaftliche Hoffnung bei ihm ein Ende bereitet hat.

Der Umstand, dass seine in der Folge zwischen 1945 und seinem in 1960 eingetretenen Tod entstandenen Werke – genauer bloss Gemälde – mit denen von seinen früheren Schaffensperioden keinerlei Ähnlichkeit oder Verwandtschaft aufweisen ist ein weiteres Rätsel und Kuriosum bezüglich dieses in jeder Hinsicht als ausserordentlich qualifizierbaren Menschen und Künstler.

Nicolas Eber / ebnic@sunrise.ch

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Anhang – Linolschnitte

18. Frühjahrsgruss, 165 x 165 mm

19. Erfreuliche Begegnung, 185 x 110 mm

20. Jona in Sturm, 145 x 137 mm

21. Heimkehr d. verlorenen Sohnes, 145 x 155 mm

22. Nativität, 165 x 158 mm

23. Golgotha, 140 x 162 mm

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3 Comments


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